
Windige Ecke in Friedersdorf
21. Juni 2026
Wir hatten sehr gute Ostdeutsche Meisterschaften!
8. Juli 2026… denn wir fahren an den Wannsee. So könnte der Titelsong unseres Wandersport-Wochenendes Mitte Juni heißen. Die Badesachen im Gepäck, die Boote geladen und ein hochsommerliches Wochenende vor der Nase… so starten wir nach Berlin an den Wannsee.
Lea und Volkmar haben ihr Organisationstalent voll ausgespielt und somit können wir Quartier im Bootshaus des Ruderklubs am Wannsee (RaW) beziehen. Unsere Vorstellung von einem gediegenen Bootshaus wird von der Wirklichkeit weit überholt. Als wir die Stufen zu unseren Gästezimmern hinaufsteigen und später den holzgetäfelten Speisesaal durchqueren, spüren wir das besondere Flair eines alteingesessenen Traditionsvereins des Rudersports. Später erfahren wir mehr über die Geschichte des Rudersports am Wannsee im Berliner Westen, der als ein durchaus nobler Sport für Betuchte galt, was sich in der Ausstattung der Bootshäuser hier widerspiegelt. Heute werden wir hier mit offenen Armen und viel Gastfreundschaft empfangen. Der clubeigene Wirt hat auch schon alles vorbereitet: Der Geruch des Grills weht am Freitagabend schnell über der Terrasse, von der aus wir den Blick auf den See genießen. Gekrönt von einem abendlichen Bad im See und einem Sundowner am Seeufer klingt der Tag in Berlin aus.
Für Samstag hat das Team Mock für die 17-köpfige Gruppe in 12 Booten eine abwechslungsreiche Runde zwischen Brandenburg und Berlin geplant. Erst noch den Biberschutz am Gelände verriegeln, dann stechen wir in See. Bei herrlichstem Sonnenschein und einem doch spürbaren Wind geht es zunächst über den Wannsee. Die Spritzdecken bleiben dabei zu Recht geschlossen, denn es wird ordentlich spritzig und wackelig. Wohl dem, der ein großes stabiles Boot hat…!
Wir fahren über Griebnitzsee, vorbei historischen Prachtvillen schließlich direkt auf das alten Dampfmaschinenhauses im Schlosspark Babelsberg zu. Wenig später erhebt sich auf einem Berg auch das große Schloss Babelsberg. An der im See vorgelagerten Fontäne nehmen einige von uns noch eine kleine Dusche. Auf dem Tiefen See geht es nun direkt auf die Potsdamer Stadtkulisse zu. Am Ufer erhebt sich der futuristisch anmutende Neubau des Potsdamer Schauspielhauses „Hans-Otto-Theater“, am ebenfalls architektonisch ausgefallenen Wohnturm drehen wir um, um wenig später eine Mittagspause einzulegen. Wir laben uns an den mitgebrachten Leckereien, Kuchen und frischer Melone und springen ins kühle Nass.
Danach geht unsere Sightseeing-Tour auf dem Wasser weiter. Wir passieren die Glienicker Brücke. Eins trennte sie Ost- und Westdeutschland und erlangte im Kalten Krieg aufgrund des Austausches von Agenten als „Agentenbrücke“ ihre zweifelhafte Berühmtheit. Vom Wasser der Havel umgeben, tauchte daher immer wieder die Frage auf: Wo war Ost und wo war West? Das Glienicker Schloss an dem wir nun vorbei paddeln, war im Westen, gegenüber die wunderschön am Ufer gelegene Heilandskirche Sacrow lag wiederum im Osten. Wobei der ehemalige DDR-Bürger aufgrund der Grenznähe dort nicht hinkam – verwirrende Geschichte. Wir genießen daher einfach die Tour auf dem grenzlosen Wasser.
Nächster Boxenstopp ist im schönen historischen Biergarten „Moorlake“. Von dort geht es weiter geradewegs auf das nächste preußische Schloss. Majestätisch thront es in strahlendem Weiß auf der gleichnamigen Insel: Pfaueninseln. Plötzlich umfängt uns Musik. Wir halten inne, setzen den Paddelschlag aus und hören einem Glockenspiel zu. Es kommt von der kleinen Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe, gegenüber der Insel. Es ist eine Tour für alle Sinne.
Eine exklusive Badepause legen wir auf Privatinsel Kälberwerder im Wannsee ein. Unser schöner quatiergebender Ruderclub besitzt nämlich auch eine eigene Insel. Das will genutzt sein. Dann geht’s nur noch einmal quer über den Wannsee. Am frühen Abend landen wir leicht erschöpft, aber glücklich am Motorsport-Club an, der benachbart zum Ruderverein liegt und unsere Boote während unseres Aufenthalts beherbergt.
Einen Spaziergang entfernt gibt es einen gemütlichen Biergarten, in dem wir uns für das Abendprogramm stärken. Für die einen steht das Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft auf dem Programm, die anderen folgen tanzend den Klängen des Sommerfests nebenan. Es wird Mitsommer gefeiert und dank der Gastfreundschaft der Motoyacht Clubs feiern wir einfach mit. Gerahmt wird dies von einem, man möchte fast sagen kitschig-schönen Sonnenuntergang über dem Wasser.
Am Sonntag nehmen wir den Wannsee in die andere Richtung und kommen auch gleich am legendären, und mit dem eingangs erwähnten Lied besungenen Strandbad Wannsee vorbei. 1907 eröffnet ist es eines der größten Freibäder an einem Binnensee in Europa und zieht sich einige Kilometer vor unseren Augen dahin. Wir passieren die Halbinsel Schwanenwerder, unter deren gleichnamigen Brücken wir später hindurch fahren. Auch das Wetter lässt keine Langeweile aufkommen; von ruhigem See, übergehend in einen leichten Sommerregen mit Steigerung zu einem ausgewachsenen Sommergewitter mit über uns ausgeleerten Regeneimern ist alles dabei. Wir nehmen es mit Humor und die Sonne trocknet uns bald auf dem Rückweg in den Heimathafen. Denise und Martin bändigen unterwegs noch ein flüchtiges schwimmendes Einhorn, möglicherweise angelockt mit dem Proviantbrötchen?
Am Ende laden wir wieder unsere Boote auf, sagen Tschüss Berlin und Potsdam und kommen am frühen Abend erholt und mit einem wohligen Urlaubsgefühl wieder in Dresden an. Was für ein schönes Wochenende, ein großes Danke an Lea und Volkmar. Det war dufte!























