
Weltmeisterschaften der Junioren
13. Juli 2026In Gedenken an unseren Teamkameraden Jens Günther
Manchmal verändern Ereignisse den Blick auf schöne Erinnerungen.
Nur eine Woche nach den Wasserfestspielen in Neuhausen mussten wir völlig unerwartet Abschied von unserem Teamkameraden Jens Günther nehmen. Jens wurde nur 52 Jahre alt. Die Nachricht von seinem Tod hat uns tief erschüttert und macht diesen Rückblick zu etwas ganz Besonderem.
Jens war seit rund zweieinhalb Jahren Mitglied im VKD und fester Bestandteil unserer Dresden Bulls. Zuvor paddelte er bei Frosch Cotta und fand dann zu uns. Trotz der weiten Anfahrt aus Dresden-Cotta ließ er kaum ein Training aus und zeigte mit seinem Einsatz, wie viel ihm unser Sport und unsere Gemeinschaft bedeuteten.
Auch sportlich hinterließ Jens bleibenden Eindruck. In den vergangenen zwei Jahren gehörte er dem Nationalkader seiner Altersklasse an und vertrat den deutschen Drachenbootsport auf internationaler Ebene. Neben den Dresden Bulls war Jens regelmäßig mit den Silverbacks Magdeburg unterwegs und unterstützte immer wieder befreundete Teams, unter anderem den Dragons Club Leipzig.
Wer Jens kannte, wusste, dass er kein Mann der großen Worte war. Doch wenn er etwas sagte, traf sein trockener Humor oft genau ins Schwarze. Er war ein hilfsbereiter Teamkamerad, packte selbstverständlich mit an, brachte Kuchen oder andere Leckereien zu unseren Veranstaltungen mit und war immer für interessante Gespräche zu haben.
Die Wasserfestspiele in Neuhausen waren eines der letzten gemeinsamen Regattawochenenden mit ihm. Damals ahnte niemand, welche Bedeutung diese gemeinsamen Tage einmal für uns haben würden.
Lieber Jens, wir werden dich als engagierten Sportler, verlässlichen Teamkameraden und wunderbaren Menschen in Erinnerung behalten. Dein Platz in unserem Boot mag nun leer bleiben – in unseren Herzen und in unseren Erinnerungen wirst du immer mit uns paddeln.

Neuhausen unter besonderen Vorzeichen
Mit diesem Gedanken im Herzen blicken wir auf ein Regattawochenende zurück, das in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war. Die Wasserfestspiele in Neuhausen gehören für viele Teams zu den schönsten Veranstaltungen des Jahres. 2026 wurde dieses Wochenende jedoch nicht nur durch die sportlichen Wettkämpfe geprägt, sondern auch durch extreme Temperaturen, besondere organisatorische Anpassungen und vor allem durch den starken Zusammenhalt im Team.
Bereits am Freitagnachmittag trafen die ersten Bulls in Neuhausen ein. In diesem Jahr gingen wir gemeinsam mit den Laubegaster Löwen an den Start. Unter dem Teamnamen „Löwen & Bulls“ bildeten wir eine starke Renngemeinschaft, für deren Unterstützung wir uns herzlich bedanken möchten. Am Freitag waren wir 15 Paddlerinnen und Paddler, am Samstag stießen drei weitere Teammitglieder dazu, sodass wir mit einer vollständigen Mannschaft ins Renngeschehen starten konnten.
Sicherheit geht vor
Traditionell beginnen die Wasserfestspiele am Freitagabend mit drei 100-Meter-Rennen, bevor am Samstag normalerweise die 200-Meter-Rennen, die beliebten Fun-Wettkämpfe und das 2.000-Meter-Rennen auf dem Programm stehen.
Beim Teamcaptains-Meeting am Freitagabend wurde jedoch schnell klar, dass die extreme Hitze Änderungen erforderlich machte. Aus Sicherheitsgründen entschieden sich Veranstalter und DLRG, das 2.000-Meter-Rennen komplett abzusagen und auch die Samstagsrennen auf 100 Meter zu verkürzen.
Im ersten Moment sorgte diese Nachricht bei vielen Teams sicherlich für Enttäuschung. Doch spätestens am Samstag zeigte das Thermometer, dass diese Entscheidung genau die richtige war. Die Temperaturen waren kaum auszuhalten, und Gesundheit ging an diesem Wochenende eindeutig vor sportlichem Ehrgeiz.
Rennen bei Rekordhitze
Der Samstag verlangte allen Beteiligten einiges ab. Ausreichend trinken war Pflicht, und die Abkühlung im Wasser wurde fast schon zum festen Programmpunkt. Gefühlt sprang jeder von uns nach kurzer Zeit wieder in den See, um den hohen Temperaturen wenigstens für einen Moment zu entkommen.
Dank guter Vorbereitung, ausreichend Wasser und vernünftiger Pausen kamen wir bis auf einen kleineren hitzebedingten Ausfall glücklicherweise gut durch das Wochenende. Ein großes Lob gilt dabei auch der DLRG, die jederzeit präsent war und sofort geholfen hätte, wenn es nötig gewesen wäre.
Sportlich hätten wir uns natürlich bessere Platzierungen gewünscht. Dennoch war am Samstag deutlich zu spüren, dass unser Boot mit den drei zusätzlichen Paddlerinnen und Paddlern wesentlich harmonischer lief. Die Zeiten wurden besser, die Abstimmung funktionierte immer mehr, und auch wenn der Einzug ins A-Finale ausblieb, konnten wir mit unserer Entwicklung durchaus zufrieden sein.
Mehr als nur Wettkampf
Ebenso selbstverständlich nahmen wir an den traditionellen Fun-Wettkämpfen teil. Ob Rückwärtspaddeln, Badewannenrennen oder Drachenboot-Tauziehen – gewonnen haben wir zwar nichts, aber gelacht dafür umso mehr. Fairness gehört für uns genauso zum Sport wie Ehrgeiz, deshalb gratulierten wir den erfolgreicheren Teams selbstverständlich mit einem Handschlag.
Mindestens genauso wichtig wie die Rennen war das Miteinander. Das ganze Wochenende war geprägt von gegenseitiger Unterstützung, guter Laune und einem außergewöhnlichen Teamgeist. Jeder packte beim Auf- und Abbau mit an, Pavillons wurden aufgebaut, Kühlboxen organisiert und niemand musste Durst leiden.
Nach den Rennen wurde gemeinsam gegessen, gelacht und bis in den Abend hinein gefeiert. Die Band Link sorgte zunächst mit Rockklassikern für Stimmung, bevor später ein DJ den musikalischen Abschluss des Tages übernahm. Solche Abende zeigen immer wieder, dass Drachenboot weit mehr ist als nur ein Wettkampfsport.
Danke an alle, die dieses Wochenende möglich gemacht haben
Ein herzliches Dankeschön gilt Falk für die Organisation des Wochenendes sowie Bernd, der den Bus wie gewohnt perfekt vorbereitet hatte und unter anderem dafür sorgte, dass jederzeit genügend Trinkwasser vorhanden war.
Ebenso bedanken wir uns bei allen Helferinnen und Helfern für den Auf- und Abbau, für mitgebrachte Pavillons, Kühlboxen und alles, was zu einem gelungenen Regattawochenende dazugehört. Ein besonderer Dank geht an unsere Freunde von den Laubegaster Löwen, die diese gemeinsame Teilnahme überhaupt erst möglich gemacht haben.
Ein gelungener Abschluss
Am Sonntagmorgen wurde gemeinsam das Lager abgebaut und alles für die Heimreise vorbereitet. Bevor es zurück nach Dresden ging, durfte natürlich auch in diesem Jahr unser traditioneller Zwischenstopp bei der Eis-Uli-Leckstation nicht fehlen. Mit einem Eis in der Hand ließ sich die Heimfahrt gleich noch ein wenig angenehmer antreten. Zurück im Verein wurde schließlich gemeinsam der Bus entladen und ein intensives Wochenende fand seinen Abschluss.
Unser Fazit
Die Platzierungen werden mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Was bleibt, sind die gemeinsamen Erlebnisse, der Zusammenhalt im Team und viele schöne Erinnerungen an ein außergewöhnliches Wochenende.
Heute wissen wir, dass es eines unserer letzten gemeinsamen Regattawochenenden mit Jens war. Umso wertvoller sind die Erinnerungen an diese Tage – an gemeinsame Rennen, Gespräche, Lachen und das Miteinander.
Genau das macht unseren Sport aus: nicht nur die Erfolge auf dem Wasser, sondern vor allem die Menschen, mit denen wir sie erleben.
Ein Bericht von Käppi.










