
Krasses Trainingslager an Himmelfahrt
19. Mai 2026Die Vogalonga gilt als eine der beeindruckendsten Paddel- und Wassersportveranstaltungen Europas – und in diesem Jahr durften wir als Dresden Bulls Teil eines ganz besonderen Kapitels sein: der 50. Jubiläumsausgabe der Vogalonga in Venedig.
Bevor wir auf die vielen Erlebnisse dieser Reise zurückblicken, möchten wir zunächst Danke sagen. Ein großes Dankeschön geht an Falk, der sich im Vorfeld um unzählige organisatorische Aufgaben gekümmert hat. Gemeinsam mit Bernd brachte er unsere beiden Boote sicher nach Venedig und sorgte außerdem für die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken vor Ort. Ohne dieses Engagement wäre eine solche Vereinsfahrt kaum möglich. Ebenso bedanken wir uns bei allen Teammitgliedern, die sich während der Tage in Koch-, Einkaufs- und Abwaschgruppen eingebracht haben. Genau solche gemeinsamen Aufgaben machen den besonderen Zusammenhalt der Bulls aus.
Auf nach Italien
Für viele von uns begann das Abenteuer bereits am Donnerstagabend. Gegen 22 Uhr starteten der Bus mit den beiden Booten und neun Bulls-Mitgliedern sowie das Auto von Käppi mit vier weiteren Vereinsmitgliedern Richtung Italien. Trotz unterschiedlicher Fahrgeschwindigkeiten verlief die Reise entspannt und problemlos.
Der erste gemeinsame Stopp erfolgte bereits in Italien beim Frühstück – natürlich inklusive einer ersten Kaffeepause unter italienischer Sonne. Gegen 11 Uhr erreichten wir den Bootsabladeplatz. Anschließend wurden die Boote abgeladen und alles für die kommenden Tage vorbereitet.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einer obligatorischen Eis-Pause auf dem Campingplatz Al Boschetto ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Weitere Bulls-Mitglieder reisten mit Campern, Nachtzügen oder per Flugzeug an, sodass unsere Reisegruppe bis Samstag auf insgesamt 29 Personen anwuchs.
Am Samstagabend fand unsere erste große gemeinsame Kochrunde statt. Während gemeinsam geschnippelt, gekocht und gelacht wurde, wuchs die Vorfreude auf den großen Tag immer weiter. Anschließend führte Falk die organisatorische Besprechung durch. Sitzpläne für beide Boote wurden verteilt, Abfahrtszeiten besprochen und letzte Hinweise gegeben. Denn allen war klar: Der Sonntag würde lang und anstrengend werden.
Der große Tag – 50 Jahre Vogalonga
Der Wecker klingelte früh.
Bereits um 6:30 Uhr machte sich die erste Gruppe der Bulls auf den Weg. Der offizielle Start der Vogalonga war zwar erst um 9:00 Uhr am Markusplatz angesetzt, doch zunächst mussten wir mit unseren Drachenbooten noch rund acht Kilometer bis zum Startbereich zurücklegen.
Um 7:45 Uhr hieß es schließlich für alle: Boarding.
Mit Vereinsfahnen an den Booten und geschlossen in Bulls-Shirts gekleidet ging es aufs Wasser. Die Kulisse war bereits zu diesem Zeitpunkt beeindruckend. Venedig erwachte langsam zum Leben, während sich immer mehr Boote Richtung Markusplatz bewegten.
Pünktlich gegen 8:45 Uhr erreichten wir den Startbereich am Markusplatz. Dort warteten wir gemeinsam mit rund 2.000 Booten und mehreren tausend Sportlerinnen und Sportlern auf den traditionellen Kanonenschuss, der die Vogalonga eröffnet.
Der Blick über das Wasser war schlicht überwältigend.
Zwischen den Teilnehmern fanden sich nahezu alle denkbaren Bootstypen: Kajaks, Canadier, Outrigger, traditionelle venezianische Gondeln, Caorline, Pupparini, Sandoli, historische Wasserfahrzeuge, Drachenboote und viele weitere Boote aus unterschiedlichsten Ländern. Genau diese Vielfalt macht die Vogalonga so einzigartig.
Durch die Lagune von Venedig
Mit dem Startschuss setzte sich die riesige Flotte langsam in Bewegung.
Gemeinsam paddelten wir zunächst Richtung Sant’Erasmo und weiter nach Burano. Dort erreichten wir nach etwa 22 Kilometern unsere erste größere Pause.
Die Bedingungen verlangten uns alles ab. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 35 Grad war regelmäßiges Trinken Pflicht. Wasser, Snacks und kurze Erholungspausen wurden an diesem Tag besonders wichtig. Für einige durfte natürlich auch ein italienisches Eis in Burano nicht fehlen.
Nach etwa einer Stunde ging es zurück aufs Wasser. Die Strecke führte durch schmale Kanäle, vorbei an kleinen Inseln und durch teilweise sehr enge Durchfahrten. Besonders eine schmale Brücke verlangte höchste Konzentration. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt kaum Motorbootverkehr unterwegs, sodass wir uns vor allem mit Wind und Hitze auseinandersetzen mussten.
Über Murano führte die Route schließlich zurück Richtung Venedig.
Das Nadelöhr Canal Grande
Eines der emotionalen Highlights der gesamten Vogalonga sollte zugleich auch einer der nervenaufreibendsten Momente werden.
Vor dem Eingang zum Canal Grande hatte sich ein gewaltiger Stau aus hunderten Booten gebildet. Die Organisation an dieser Stelle erwies sich als schwierig, sodass viele Mannschaften lange warten mussten. Auch wir verloren dort etwa eine Stunde und mussten Geduld bewahren.
Als schließlich beide Bulls-Boote wieder zusammen waren und die Einfahrt gelang, war der Ärger jedoch schnell vergessen.
Mit Jubelrufen und unter dem Applaus vieler Zuschauer paddelten wir durch den berühmtesten Wasserweg Venedigs. Links und rechts zogen historische Palazzi, kleine Gassen, Brücken und weltbekannte Sehenswürdigkeiten vorbei. Für viele von uns war dies der absolute Höhepunkt der gesamten Tour.
Kurz vor dem Markusplatz konnten wir schließlich unsere Urkunden entgegennehmen – ein besonderer Moment im Rahmen der 50. Vogalonga.
Doch ganz vorbei war die Herausforderung noch nicht.
Die letzten Kilometer
Nach der offiziellen Zielpassage warteten noch rund neun weitere Kilometer bis zu unserem Ausgangspunkt auf uns.
Mittlerweile spürte jeder einzelne die Belastung des Tages. Arme, Schultern und Sitzfleisch hatten längst genug. Dennoch kämpften wir uns gemeinsam weiter durch die Lagune.
Die Rückfahrt wurde zusätzlich erschwert, da inzwischen wieder reger Motorbootverkehr herrschte. Von allen Seiten trafen Wellen auf unsere Boote, was die letzten Kilometer noch einmal besonders anspruchsvoll machte.
Doch genau in solchen Momenten zeigt sich Teamgeist.
Gemeinsam erreichten wir schließlich den Bootsabladeplatz, schöpften die Boote aus, verluden alles wieder auf die Hänger und machten uns auf den Weg zurück zum Campingplatz.
Gemeinsame Abende und unvergessliche Erinnerungen
Am Abend trafen wir uns gegen 20 Uhr noch einmal gemeinsam in einem Restaurant und ließen den Tag bei gutem Essen und vielen Gesprächen ausklingen.
Auch die folgenden Tage wurden intensiv genutzt. Während einige Mitglieder bereits am Montag die Heimreise antreten mussten, nutzten andere die Gelegenheit für einen Strandtag, Sightseeing oder weitere Erkundungen in und um Venedig.
Ein besonderer Abschluss gelang uns am Montagabend, als wir uns noch einmal mit 15 Bulls-Mitgliedern in Venedig zum gemeinsamen Abendessen trafen. Bei hervorragendem Essen, vielen Geschichten und einer großartigen Stimmung ließen wir die Reise gemeinsam Revue passieren.
Am Dienstag trat ein Teil der Gruppe die Rückreise nach Dresden an, während der Bus und weitere Mitglieder noch bis Donnerstag in Italien blieben. Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die sich um den sicheren Rücktransport unserer Boote gekümmert haben.
Ein Erlebnis, das bleibt
Die Vogalonga ist weit mehr als eine Paddel- und Wassersportveranstaltung.
Sie verbindet Sport, Kultur, Tradition und Teamgeist auf einzigartige Weise. Am Ende standen für uns nicht nur die offiziellen Streckenkilometer auf der Uhr: Mit der An- und Abreise zum Start sowie der Rückfahrt vom Ziel bis zum Aussetzpunkt kamen wir insgesamt auf rund 46 Kilometer im Boot. Gemeinsam mit tausenden Menschen aus aller Welt durch die venezianische Lagune zu paddeln, umgeben von unzähligen Bootstypen, historischen Gebäuden und einzigartigen Eindrücken, ist ein Erlebnis, das man nur schwer beschreiben kann.
Gerade die 50. Jubiläumsausgabe hat noch einmal gezeigt, warum die Vogalonga seit Jahrzehnten Menschen aus der ganzen Welt begeistert. Sie ist eine Liebeserklärung an Venedig, an die Lagune und an den Wassersport.
Für uns als Dresden Bulls war diese Reise nicht nur sportlich eine Herausforderung, sondern vor allem ein besonderes Gemeinschaftserlebnis.
Anstrengend, emotional, beeindruckend – und definitiv ein Highlight, an das wir noch lange zurückdenken werden.




















